Eishockey

Die NHL stellt für die Saison 2026-2027 ein äußerst umfangreiches TV-Schaufenster zusammen

Im Mittelpunkt der Ankündigung stehen die 100 exklusiven Spiele im ESPN-Ökosystem, davon 53 auf ESPN und ABC sowie 47, die den Streaming-Plattformen der Gruppe…

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Eine strukturierte nationale Präsenz

Die NHL hat die Grundzüge ihrer US-amerikanischen TV-Präsenz für die Saison 2026-2027 vorgestellt, und der Umfang bestätigt eine klare Strategie: Vor den Playoffs sollen mehr nationale Termine geschaffen werden. ABC, ESPN, ESPN+, Disney+ und Hulu werden sich einen großen Teil der Übertragungen teilen, während TNT Sports ebenfalls einen wichtigen Platz in der Medienlandschaft einnehmen wird.

Beim Frozen Frenzy im Oktober werden alle Teams am selben Abend im Einsatz sein.

Im Mittelpunkt der Ankündigung stehen die 100 exklusiven Spiele im ESPN-Ökosystem, davon 53 auf ESPN und ABC sowie 47, die den Streaming-Plattformen der Gruppe vorbehalten sind. ABC wird insbesondere eine Reihe von Samstagsspielen im Jahr 2027 hervorheben, mit einer Programmplanung, die darauf ausgelegt ist, feste Sehgewohnheiten zu etablieren, statt verstreute Übertragungen anzubieten.

Ein Auftakt mit Signalwirkung

Die reguläre Saison soll am 29. September mit einem hochkarätigen Eröffnungsabend beginnen. Die NHL hat in den USA ein ESPN-Tripleheader angesetzt, darunter das Spiel der amtierenden Meister Carolina Hurricanes gegen die Florida Panthers. Ein solcher Auftakt ermöglicht es der Liga, Feierlichkeiten, Rivalitäten und nationale Aufmerksamkeit unmittelbar miteinander zu verbinden.

Der weitere Spielplan behält mehrere klar erkennbare Höhepunkte bei. Beim Frozen Frenzy im Oktober werden alle Teams am selben Abend im Einsatz sein. Die Idee ist einfach: Für eine Liga, deren Sichtbarkeit je nach lokalem Markt mitunter fragmentiert ist, soll ein übergreifendes Ereignis geschaffen werden. Durch die Bündelung der Aufmerksamkeit kann die NHL die gesamte Tiefe ihrer Liga vermarkten und nicht nur ihre größten Partien.

ABC setzt auf die großen Termine

Die Rückkehr von ABC Hockey Saturday ab Januar gibt dem Spielplan eine zweite Startrampe. Der angekündigte Auftakt mit Boston gegen die New York Rangers erfüllt mehrere Kriterien: Geschichte, Medienmarkt, Original-Six-Rivalität und eine zuschauerfreundliche Uhrzeit. Danach folgen Samstage mit mehreren Spielen, ein neu konzipiertes All-Star Weekend und eine Stadium Series im Stadion der Dallas Cowboys.

Das All-Star Weekend 2027 soll mit einem internationalen Format aufwarten: einem Turnier mit fünf Teams im 3-gegen-3. Dieses Format soll eine Veranstaltung neu beleben, die mitunter wegen mangelnder Intensität kritisiert wird. Indem National- oder Regionalauswahlen ins Zentrum des Spektakels gestellt werden, versucht die NHL, einem bislang eher ausstellungsartigen Termin eine klarere Bedeutung zu geben.

Die Stadium Series bleibt indes ein Imageträger. Dallas und Vegas unter den Flutlichtern eines NFL-Stadions bieten eine Kulisse, die auch für ein breiteres Publikum unmittelbar verständlich ist. Diese Veranstaltungen ersetzen die klassische reguläre Saison nicht, dienen aber als kommerzielle und erzählerische Schaufenster.

Auch digital wird um Aufmerksamkeit gerungen

Das vielleicht bedeutendste Detail ist die Rolle des Streamings. Ein wichtiger Teil der exklusiven Spiele wird über ESPN+, Disney+ und Hulu zugänglich sein, was die Verlagerung des Eishockeys hin zu stärker fragmentierten Konsumgewohnheiten bestätigt. Für Fans kann dies die Übersicht über die Abonnements erschweren. Für die Liga ist es eine Möglichkeit, Zielgruppen zu erreichen, die nicht mehr ausschließlich klassisches Fernsehen schauen.

Die Saison 2026-2027 wird daher auch auf diesem Gebiet entschieden: Der nationale Spielplan muss einfach genug bleiben, um verfolgt werden zu können, während zugleich mehrere Plattformen genutzt werden. Gelingt der NHL dieses Gleichgewicht, verfügt sie bis zu den Playoffs über einen soliden Kanal für nationale Aufmerksamkeit. Andernfalls könnte die Vielzahl der Anbieter einen Teil der Wirkung verwässern. Die Ankündigung zeigt jedenfalls eine Liga, die entschlossen ist, ihren TV-Spielplan in ein Wachstumsinstrument zu verwandeln und nicht nur in eine Liste von Spielen.

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